Die Geschichte der Ortschaft Rosenau

Nach der Festschrift zu unserem 75. jährigen Jubiläum im Juli 2000 (erstellt von Johann Ederer):

Rosenau liegt an der Kreisstraße zum Nationalpark Bayerischer Wald, zwei Kilometer von Grafenau entfernt. Der Ort ist eine Waldhufensiedlung (Rundangerdorf). Die Häuser wenden sich mit der Giebelseite in lockerer Anordnung, gleich einem Hufeisen, zum längsovalen „Anger“. Der Ort lag einst an der alten „Gulden Straße“ von Grafenau nach Bergreichenstein in Böhmen.

Rosenau um 1830: Dorfanlage und Rekonstruktion der Urgewanne und Streifenfluren durch Hans-Jürgen Nitz auf der Grundlage der Uraufnahme um 1830
Rosenau um 1830: Dorfanlage und Rekonstruktion der Urgewanne und Streifenfluren durch Hans-Jürgen Nitz auf der Grundlage der Uraufnahme um 1830

Wann Rosenau entstand, ist nicht genau bekannt. Die drei Bronzebeile, welche1964, 1968 und 1972 am Ortsrand des Dorfes gefunden wurden, lassen eine frühere Besiedlung vermuten. Bis zu diesem Fund war die Besiedelung man der Meinung das bis zum Jahr 900 der Bayerische- und Böhmerwald undurchdringliche Wildnis gewesen sei. Durch die Funde von Anton Moosbauer 1964, Michael Graf 1968 und Heinrich Graf 1972 war durch metallurgische Untersuchungen nachweisbar, dass die Funde aus einer Zeit ca. 1800 – 1600 vor Christus stammen müssen.

Im ältesten Salbuch der Grafen von Hals aus dem Jahre 1395, das sicher noch auf eine frühere Zeit hinweist, wird “Rosenaw“ schon mit 20 Lehen genannt.

 

Die Abgaben nach Bärnstein betrugen damals für jedes Lehen 32 Regensburger Pfennig, 32 Eier, 2 Hühner, 1 Pfennig Käs und 1 Schöt Harb. Auch im Salbuch von 1577 werden immer noch 20 Lehen genannt. Die Grenzen des „dorf rosenaw“ sind hier kurz beschrieben: „stoßt an den Grauenawer schweinberg veldt vnd an den kazenpüchel, an die ebenperger grundt, mit dem schwarzholz an die trechselschlager der munichsperg genant, darnach an die von haslach vnd teufenbach stossend, bis an die och“.

 

Der Ort bildete damals eine „Obmannschaft“, eine Art Steuergemeinde unter der Leitung eines Obmannes. Daraus entstand durch das Gesetzt vom 17. Mai 1818 die Gemeinde Rosenau mit seinem von den Bürgern gewählten ersten Gemeindevorsteher Josef Stecher, Bauer von Rosenau.

 

Zu Rosenau gehörte das Dorf Einberg, welches ebenfalls 1395 als „Eybenberg“ mit 12 Lehen genannt wird. 1811/12 zählte die Gemeinde 172 Einwohner, 37 Wohnhäuser und 40 Scheunen. Die Gebäude waren alle mit Schindeln gedeckt. Je ein Leinweber, Schneider und Schuhmacher waren neben den übrigen Bauern im Ort tätig.

 

1909 zählte die Gemeinde 285 Einwohner, 1971 waren es 416 in 84 Wohngebäuden. Anfang 1971 betrug die Wirtschaftsfläche 685 Hektar, davon waren 368 Hektar landwirschaftlich genutzte Fläche, eingeschlossen 160 Hektar Ackerland und 204 Hektar Dauergrünland. In der Gemeinde befinden sich sieben landwirtschaftliche Vollbetriebe und neun Grenzbetriebe.

 

Die Gemeinde gehörte schon immer zur Pfarrei und zum Schulsprengel Grafenau. Die früher hölzerne Ortskapelle wurde 1953 in Stein erbaut. Der Ort besitzt seit 1890 eine Eisenbahnstelle.

Die Ortsfeuerwehr wurde 1878 gegründet. Am 27. Oktober 1968 wehte man ein neues Feuerwehrgerätehaus ein. Gleichzeitig errichtete man einen Löschtiech und gab dem Dorfweiher ein gefälliges Aussehen.

 

Der Schützenverein „Rosenschützen Rosenau“ wurde 1925 gegründet. Besonders bemüht war Rosenau seit jeher, den Tourismus zu fördern und ist bekannt für seine Gastfreundschaft.

 

Zum 01. April 1971 wurde Rosenau im Zuge der Gebietsreform Teil der Stadt Grafenau. Gemeinsam mit den bisherigen Gemeindeteilen Einberg und Himmelreich wurde die Eingliederung vollzogen. Zum Zeitpunkt des Zusammenschlusses waren folgende Bürger im Gemeinderat:

 

1. Bürgermeister Johann Scheichenzuber,

2. Bürgermeister Josef Stöckl

Gemeinderäte: Johann Hartinger, Josef Lentner, Anton Ranzinger, Johann Ranzinger und Josef Stecher

 

Mit der Übernahme durch die Stadt Grafenau wurde Johann Scheichenzuber zum Altbürgermeister ernannt. Im Jahr 1999 erhielt er wegen seine Verdienste um die Belange der Gemeinde Rosenau die Bürgermedaille der Stadt Grafenau.

Quellen:
Hermann Neumann:
„Grafenau Bayerischer Wald, 600 Jahre Stadt 1376 – 1976“, Verlag Morsak Grafenau, 1976, ISBN3 87553 063 2
 
Hrsg. Kreistag des Landkreises Grafenau, Landrat Karl Bayer:
„Das Bild eines altbayerischen Kreises Grafenau – Rachel – Lusen – Sonnenwald – Bayerischer Wald“, Verlag Morsak Grafenau, 1972

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