Der Postwirt in Rosenau

Nach der Festschrift zu unserem 75. jährigen Jubiläum im Juli 2000 (erstellt von Johann Ederer):

Die Anfänge des Gasthofs Postwirt in Rosenau liegen ein wenig im Dunkeln. Einen Pferdeausspann hatte es hier an der Straße hinauf nach Böhmen schon immer gegeben. Grafenau war für die Salzfuhrleute nach Böhmen der letzte größere Ort vor dem Gebirge - in Rosenau begann die steile, beschwerliche Bergfahrt. Was lag da näher, als einzukehren und eine kleine Jause zu sich zu nehmen? Ein Pferdewechsel ohne Erfrischungsgetränke und kleinen Speisen war für die hart arbeitenden Salzsäumer undenkbar.

 

Mitte der siebziger Jahre des 19. Jahrhunderts verkaufte Alois Ertl den Rosenauer Gasthof an Johann Beck, der zusammen mit seiner Frau Katharina dem Wirtshaus und der Pferdeunterstellung mit einem Viehhandel und regelmäßigem Ochsenmarkt Impulse gab.

Aufzeichnungen wurden über das Haus erst geführt, seitdem der Postwirt "amtlich" wurde. Und das geschah am 16. Mai 1903, als Johann und Katharina Beck zum florierenden Gasthaus die "Freistaatliche Bayrische Posthilfsstelle Rosenau" übertragen wurde. Ein Amt, das Gewissenhaftigkeit voraussetzte und mit allerhand Arbeit verbunden war. Wie viel Arbeit, erkennt man daran, dass bis 1914 die Post noch täglich im Handwagen von Rosenau zum sieben Kilometer entfernten Neuschönau gebracht werden musste.

 

Der Sohn von Johann und Katharina Beck, Josef Beck, heiratete 1905 und übernahm gleichzeitig mit seiner Frau Magdalena den Gasthof und die Poststelle. Um 1912 erweitern die beiden das Haus um Unterkunftsmöglichkeiten für Reisende, Pferde und Wagen. Lebhaften Betrieb brachten in jenen Jahren die "Telephoner" nach Rosenau, die die ersten Telephonleitungen verlegen und "beim Beck" im Dauerquartier sind.


Als Josef Beck 1917 im Krieg fiel, führte seine Frau den Gasthof und die Poststelle weiter. Sie heiratete später Alois Graf, der das Unternehmen weiterführte und auch die Post, die während der Kriegsereignisse bis 1945 geschlossen war.


Nachdem Josef Beck, der Vater des heutigen Postwirts, 1946 mit seiner Frau Mathilde Beck den Gasthof übernahm und damals schon zwölf Gästebetten anbot, wurde seine Posthilfsstelle am 1. November 1953 zur Poststelle 2 des Postamtes Grafenau "befördert".

Im Jahre 1965 starb Josef Beck und sein Sohn Josef  übernahm die Poststelle, die noch bis März 1973 bestand, dann aber aus Rationalisierungsgründen dem Postamt Grafenau angegliedert wurde. Später übernahm Josef Beck, der noch bis 1978 täglich im Postdienst stand, auch den Gasthof, den er zusammen mit seiner Frau entsprechend den steigenden Ansprüchen der Feriengäste ausbaute und erweiterte. Der daneben noch geführte landwirtschaftliche Betrieb wurde aufgegeben - das Postwirts-Ehepaar Josef und Gertraud Beck widmete sich nur noch seinen Gästen.

 

In den Jahren 1978/79 wurde ein umfangreicher Neubau mit 70 Betten errichtet. Dieser enthielt auch ein Hallenbad und eine Sauna. 1995 wurde ein Appartmenthaus samt Tennisplatz errichtet.

 

In den Jahren 2004/05 erfolgten umfangreiche Umbaumaßnahmen. Das gesamte Gasthaus wurde außen, wie innen modernisiert. Die Wirtsstube wurde neu, modern und hell gestaltet. Aus dem Bade- und Saunabereich wurde eine moderne Bade- und Wellnesslandschaft. Auch wurden die Gästezimmer modernisiert.

 

Gleichzeitig übernahm Josef Beck, der Sohn von Josef und Gertraud, mit seiner Frau Gaby und ihren drei Kindern Isabella, Katharina und Josef das "Landhotel Postwirt".


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